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Von der Absage zum besten Prüfungsergebnis

19.10.2018

Foto (Kerstin Pulverich, Vitos Herborn): Jennifer Keaton freut sich über die Glückwünsche von Geschäftsführer Martin Engelhardt (rechts) und Schulleiter Jörg Achenbach (links).

Jennifer Keaton freut sich über die Glückwünsche von Geschäftsführer Martin Engelhardt (rechts) und Schulleiter Jörg Achenbach (links).

Die Klassenbeste vom Examenskurs 2015/2018 berichtet von ihrer genutzten zweiten Chance

Herborn, 19. Oktober 2018 / Vitos Herborn hat die Tradition, die Jahrgangsbesten der Examenskurse der Vitos Schule für Gesundheitsberufe Mittelhessen zu ehren. Von den diesjährigen Absolventen in Herborn hat die Hörbacherin Jennifer Keaton das beste Ergebnis erreicht. Und das, obwohl sie erst im zweiten Anlauf einen Ausbildungsplatz an der Schule bekommen hatte.

Mit Blumen und einem Geschenk begrüßten Martin Engelhardt, Geschäftsführer von Vitos Herborn, und der Leiter der Schule Jörg Achenbach die Klassenbeste und gratulierten ihr nochmal zu dem großartigen Prüfungsergebnis von 1,38. „Besonders positiv ist, dass Jennifer Vitos Herborn als Arbeitgeber gewählt hat und nun in der Klinik als Fachkraft arbeitet“, freute sich der Schulleiter. Im weiteren Gespräch erfuhr Engelhardt, dass schon ihre Mutter die Ausbildung zur Krankenschwester in der damaligen Krankenpflegeschule von Vitos Herborn gemacht habe und mittlerweile seit 25 Jahren im Hause arbeite. Auch ihr Onkel, ihre Tante sowie ihre Schwester seien im Unternehmen tätig.

 Pflegeberuf als Familientradition

Schon ganz früh war es der Wunsch der 37-Jährigen, wie ihre Familienangehörigen bei Vitos Herborn zu arbeiten. Die in den USA geborene Keaton war im Alter von zwölf Jahren mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Deutschland gezogen. Nach Abschluss der Realschule bewarb sie sich bei der Vitos Schule für Gesundheitsberufe Mittelhessen. Leider rutschte sie damals bei dem Auswahlverfahren durch. Danach nahm sie verschiedene Jobs an und wurde vor acht Jahren Mutter. Dass sie dann noch mal die Chance bekam, im Alter von 33 Jahren und mit einem achtjährigen Sohn eine Ausbildung bei Vitos zu beginnen, und auch noch als Beste im Kurs abgeschnitten hat, freue sie außerordentlich. Auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei, alles unter einen Hut zu bekommen. „Die Außeneinsätze zum Beispiel im Krankenhaus in Siegen waren wegen der weiten Strecke manchmal schwierig zu organisieren, weil ich mein Kind nicht so lange alleine lassen konnte. Aber ich lebe in einer großen Familie, da hilft man sich gegenseitig und deshalb hat das funktioniert“, erklärt die junge Pflegekraft, „Und in unserem Kurs hatten wir ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Das hat mich sehr motiviert“.

Inzwischen arbeitet Keaton auf ihrer Wunschstation. Das ist die Station der Erwachsenenpsychiatrie, auf der Patienten mit Suchterkrankungen und Psychosen behandelt werden. Hier hatte Keaton auch ihre Examensarbeit gemacht und auf dieser Station fühlte sie sich von Anfang an besonders wohl im Team. „Es hat einfach alles so gepasst“, sagt sie. Auf die Frage, warum sie die Arbeit in der Psychiatrie die der Somatik vorgezogen hat, antwortet sie schmunzelnd: „Weil meine Stärke besonders in der Kommunikation mit den Patienten liegt“. Auch in den somatischen Abteilungen habe ihr die Arbeit gefallen, aber schon zu Beginn der Ausbildung habe sie gemerkt, dass die Psychiatrie die Richtung ist, in die sie gehen wolle. Der Einsatz auf ihrer jetzigen Station bestärkt sie darin, dass es die richtige Entscheidung war.

„Ich hoffe jedenfalls, dass Sie uns bis zum Eintritt in den Ruhestand erhalten bleiben“, sagte Engelhardt beim Abschied und ermunterte Keaten, auch die internen Weiterbildungschancen nutzen oder perspektivisch eine Fachkrankenpflegeausbildung zu absolvieren.