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Aktuelles

Meine Arbeit in der Suchtbehandlung

22.06.2018

Ärzte, Pflegepersonal und Berater tauschten sich über ihren Arbeitsalltag in der Suchtbehandlung aus.

Herborn, 22. Juni 2018 / Über 150 Fachleute, die mit suchtkranken Menschen arbeiten, tauschten sich bei einer Fachtagung über ihren Beruf aus. Sie folgten einer Einladung der Klinik Eschenburg in Kooperation mit der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (KPP) Herborn. Die Referenten beleuchteten die speziellen Anforderungen in diesem Berufsfeld und die daraus entstehenden besonderen Arbeitsbedingungen.

Die Begrüßung der Gäste, hierunter Ärzte, Pflegepersonal und Berater, übernahm der Ärztliche Direktor des Vitos Klinikums Herborn, Prof. Dr. Matthias Wildermuth. Als Klinikdirektor der Klinik Rehberg, einer Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Herborn, beobachtet er, dass Kinder, die mit suchtkranken Eltern aufwachsen, häufig Co-abhängig sind und in dieselben Probleme geraten. Oder aber sie entwickeln sich zu den tragenden Säulen der Familie, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Dies wird aber ihrer kindlichen Entwicklung nicht gerecht wird. „Auch müssen wir aufpassen, dass diese Kinder nicht in die Rolle der Therapeuten schlüpfen“, berichtet er aus dem Klinikalltag.

 

In seinem Vortrag referierte Prof. Dr. Ulrich Preuss über das komplexe Ursachengeflecht bei der Entstehung und Entwicklung einer Suchterkrankung. Dabei beleuchtete der Klinikdirektor der psychiatrischen Klinik in Herborn, welche Zeichen auf eine Abhängigkeit als ursächliche Haupterkrankung hinweisen und welche Nebenerkrankungen bei einer Suchterkrankung auftreten können. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass grundsätzlich die Alkoholsuchterkrankung mit 9:1 am häufigsten vorkommt.

 

Der Experte Dr. Georg Pieper, Diplompsychologe und psychologischer Psychotherapeut am Institut für Traumabewältigung, berichtete über den Stellenwert der Supervision in der Suchtbehandlung und wie weit Mitarbeiter sich mitinvolvieren lassen bzw. in die Geschichte der Patienten einlassen dürfen, ohne dabei selber in die Gefahr der Abtrünnigkeit zu geraten.

 

Nach der Pause berichteten Mitarbeiter unterschiedlicher Professionen über ihre Anforderungen im Job-Alltag. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Konsequenzen wirken als stressminimierende Faktoren“, fasste der Geschäftsführer der Klinik Eschenburg, Dr. Thomas Klein, in seinem Vortrag zusammen und betonte: „Wenn man sich dem Thema stellt, welche Belastungen die Arbeit mit suchtkranken Menschen hat, ist es wichtig, dass sich die Institutionen, die sie behandeln, gut miteinander vernetzen“.