Sie befinden sich auf: >Service > Aktuelles

Aktuelles

Klinik verwandelt sich in Kunstatelier

17.04.2018

Die Studenten mit Prof. Dagmar Wohler (2.v.r.) und Prof. Matthias Wildermuth (ganz rechts) freuen sich über das erfolgreich abgeschlossene Projekt

Studierende der Alanus Hochschule Alfter (AHA) gestalten vier Kunstprojekte für die Patienten der Vitos Klinik Rehberg in Herborn

 

Herborn, 17. April 2018 / Jährlich um die Osterzeit treffen Studenten des 2. Mastersemesters des Fachbereichs Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaft in Herborn ein, um an vier Tagen gemeinsam mit jungen Patienten künstlerisch zu arbeiten.

 

Für die fünf- bis zehnjährigen entwickelten sie das Projekt ‚Schatzsuche‘. Hierbei ging es um kreative, gestalterische und spielerische Aktivitäten rund um das Thema Schatz. „Auf inhaltlicher Ebene konnte das Thema maßgeblich dazu beitragen, den Kindern einen Zugang zu sich selbst zu ermöglichen“, sagte eine der Kunststudentinnen. Mit dem Projekt wollten sie die jungen Patienten dazu anleiten, sich aktiv mit der Frage auseinander zu setzen, was für sie ganz individuell ein Schatz sei. Vielleicht ein Haustier, ein bestimmtes Spielzeug oder ein Hobby. „Indem wir mit den Kindern überlegten, welche Schätze sie bereits besitzen oder finden möchten, erfuhren wir, was ihnen wichtig war oder was ihnen Sicherheit geben konnte“, erklärt Prof. Dagmar Wohler, Leiterin des Projektes, „dabei sollte ihnen der Gedanke vermittelt werden, dass Schätze ganz individuell und auch ohne materiellen Wert von großer Bedeutung für seinen Besitzer sein können“. Zu Beginn des Workshops gestalteten die Studenten gemeinsam mit den Kindern individuelle Schatzkisten und eine große Schatzkarte. Danach gingen sie auf Schnitzeljagd mit Schatzsuche. Bei der Vernissage am letzten Tag präsentierten die jüngsten Patienten ihre Schatzkarte und die entstandenen Schatzkisten.

 

Bei dem Workshop ‚Auf den Punkt gebracht‘ ging es darum, Bilder in Bewegung zu bringen. Er war auf die altersspezifischen Bedürfnisse und Probleme der Jugendlichen ausgerichtet. Die Patienten im Alter von 15 bis 18 Jahren konnten ein Daumenkino gestalten oder ein Zoetrop in leicht umsetzbarer Form. Auch unter dem Namen Wundertrommel bekannt, ist dies ein einfaches optisches Gerät, das auf mechanischem Wege bewegte Bilder erzeugt. Die Ausgestaltung erfolgte bewusst mit Themen, Methoden und Techniken, die den Patienten Gelegenheit zur Entfaltung und Entwicklung eigener Kompetenzen und Lösungsstrategien ermöglichten.

 

Beim dritten Projekt ‚Print Together‘ zeigten die Studierenden den jugendlichen Patienten im Alter von 16 – 18 Jahren verschiedene Drucktechniken wie Frottagedruck oder Raubdruck. Mit den hierbei erlernten Druckfähigkeiten konnten die jungen Menschen auf einfache und spielerische Weise eigene Motive auf Stoffbeuteln verwirklichen. So entstand in den vier Tagen eine gemeinsame Stoffbeutel-Kollektion. Ergänzt und strukturiert wurde das Projekt durch gemeinsame Teamübungen mithilfe von Frisbeespielen als Bewegungs- und Kommunikationsmittel. „Bei diesem Workshop wollten wir den Jugendlichen einen Raum zur künstlerischen Entfaltung bieten. Der Ateliercharakter, das Experimentieren und die Stärkung des Gemeinschaftssinn standen dabei im Vordergrund“, so Wohler.

 

Vor allem Jugendliche von 10 bis 16 Jahren lieben es, ihr Gesicht zu verändern, sich zu verkleiden, zu schminken, zu bemalen, Masken aufzusetzen und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ausgehend von einer Gipsmaske des eigenen Gesichts, gaben die Studierenden des vierten Projekts mit dem Titel ‚Masken‘ Anregungen, um diese weiterzuentwickeln. Wunschpersonen und Idole aus Geschichten, Märchen, Filmen und der Fantasie konnten so in eine frei gestaltete Maske einfließen. Inspirationen anhand der Masken der „Commedia dell`Arte“ wurden für eine Ideenfindung genutzt. „Charaktereigenschaften darzustellen, kann das Ausdrücken von Gefühlen beflügeln“ so die Studierenden, „Auch die Wertschätzung der Arbeiten und die Anerkennung der Leistungen der Jugendlichen ist ein wesentlicher Teil der Projekte“.

 

„Für unsere Patienten bedeutet das jährliche Kunstprojekt mit den Studierenden der Alanus Hochschule jedes Mal eine willkommene Unterbrechung des Stationsalltags. Auf positive Art und Weise werden die Patienten künstlerisch herausgefordert“, freut sich Prof. Wildermuth, Klinikdirektor der Vitos Klinik Rehberg am Ende des Workshops.


 
Hintergrund:
Das jährlich stattfindende Kunstprojekt der Vitos Klinik Rehberg in Kooperation mit der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eines von verschiedenen Förderprojekten der Klinik, der es ein Anliegen ist, diese pädagogisch-therapeutisch wertvollen Prozesse zu unterstützen, auch wenn sie nicht in den Finanzierungsbereich der Krankenkassen fallen. Aufgrund der besonderen Finanzierungsstruktur des Gesundheitswesens können einige Förderprojekte daher nur mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln finanziert werden. Weitere Informationen zu den aktuellen Förderprojekten der Vitos Klinik Rehberg finden Sie unter www.vitos-herborn.de 'Helfen und Spenden'.

Die Vitos Klinik Rehberg ist eine Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Sie bietet stationäre, tagesklinische sowie ambulante Aufenthalte für Kinder an, deren Alter zwischen 18 Monaten und 18 Jahren liegt. Die Schwerpunkte der Klinik sind z.B. emotionale, hyperkinetische bzw. neurotische Störungen, Identitätskrisen, Störungen des Sozialverhaltens sowie Beziehungs- und Bindungsstörungen sowie Psychosen. Therapeutische Angebote sind z.B. Spiel- und Gesprächstherapie, Kunst- und Gestaltungstherapie, kreative Kindertherapie, Ergo- und Mototherapie, Bewegungs- und Tanztherapie, Dramatherapie, Sportgruppe, etc.