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Behandlungskonzept Gruppenpsychotherapie

Gruppenpsychotherapie wird innerhalb der Klinik in mehreren Formen durchge­führt. Grundgedanke ist in jedem Fall, dass teils in der Gruppe, teils durch die Gruppe, teils durch Psychotherapie der Gruppe Entwicklungsschritte im Einzelnen und der Gruppe erreicht werden können, die in spezifischen Faktoren der Grup­pendynamik begrün­det sind. Hierzu gehören eine positive gegenseitige Beeinflus­sung, Solidarität mit anderen in ähnlicher Problematik, emotionales Lernen in der Peer-Group unter Un­terstützung eines Erwachsenen, möglichst "Elternpaares". Spätestens ab dem 14. Lebensjahr sind Patienten in der Lage, ihre Gedanken, Empfindungen und bewuss­ten sowie unbewussten Impulse in die Gruppe einzu­bringen und durch die Gruppe Prozesse anstoßen zu lassen. Korrigierende Erfah­rungen und Einsichtsgewinnung als Säulen der psychodynamischen Psychothera­pie sind ebenso die Folge wie Ler­nen am Modell, Konfliktbewältigung durch wohl­wollende Anteilnahme von Gruppen­mitgliedern, Beobachtungen und Erfahrungen in der dritten Person bei Kommunika­tionen und Interaktionen anderer Gruppen­mitglieder untereinander oder mit einem der Leiter. Innerhalb der Stationsarbeit wird sie jeweils für eine halbe Station (ca. 7 - 8 Patienten) einmal wöchentlich durchgeführt und folgt der interaktionellen psy­chodynamischen Psychotherapie unter Nutzung des Prinzips Antwort seitens der TherapeutInnen.

Darüber hinaus gibt es Gruppenpsychotherapie zumindestens in zwei Versionen sta­tionsübergreifend: Zum einen als themenzentrierte Gruppe mit Unterstützung der PatientInnen in der Orientierungsphase der Therapie mit den Zielen der Ent­wicklung einer eigenen Frage, eines Gefühls für diese Inhaltlichkeit für den thera­peutischen Gesamtprozess oder für spezifische Motivationsfragen zur Selbstöff­nung und Aus­einandersetzung mit eigenen, familienbezogenen oder im psychoso­zialen Raum be­findlichen Themen.

Weiterhin gibt es eine stationsübergreifende Gruppe mit der Integration auch vorsta­tionärer oder nachstationärer Patienten mit offeneren Strukturen, geringen Vorgaben und verstärkter Ermöglichung der Wiederherstellung von typischen problematischen Konstellationen im Sinne von Reinszenierungen eigener Proble­me in Bezug auf an­dere, deren Durcharbeitung nach Gewahrwerdung mit dem Ziel der Gewinnung posi­tiver Erlebnisse, korrigierender Schemata und wenn mög­lich auch Einsicht in die ei­gene Rolle und Person im psychosozialen, interperso­nalen und intrapsychischen Be­reich.

Weitere, praktisch orientierte, Lebensfeld und lebenspraktisch orientierte Gruppen gibt es ebenfalls im stationären und überstationären Kontext. Erwähnt sei die Way of Life Gruppe mit ihren Möglichkeiten zur praktischen Orientierungsgewinnung im All­tag, ihren informativen Aktivitäten bezüglich spezifischer Fragen von Jugendli­chen hinsichtlich Lebens- und Wohnform, Nutzung praktischer sozialer Angebote von der Bundesagentur für Arbeit bis zur Bibliothek sowie der Entdeckung kultu­reller Ange­bote und Perspektiven von der Kulturveranstaltung bis zum Museum.

Eine weitere Gruppe für Patienten, die zur Krisenintervention gekommen sind, bein­haltet soziale Stabilisierung, erste Orientierung nach traumatischer Selbstver­letzung im Zusammenhang mit suizidalen Gedanken oder Handlungen, Annähe­rungen einer realistischen Perspektive in Familie, Lebensfeld und Schule. Voraus­setzung und zentrales Arbeitsthema sind die schrittweise Bewältigung der narziss­tischen Krise im Zusammenhang mit der vorangegangenen intrapsychischen oder psychosozialen Konfliktsituation sowie die Auseinandersetzung mit angemesse­nen Anpassungs- und Bewältigungsformen in der unmittelbaren räumlichen Be­zugsmatrix und im zeitlichen Nahbereich.


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